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ZUSAMMENFASSUNG

Von der Führungskraft bis zum Unternehmer, vom Programmierer bis zum Mitarbeiter im öffentlichen Dienst – nahezu jeder Berufstätige erschließt sich durch die Beherrschung der englischen Sprache eine Fülle an Ressourcen und Möglichkeiten. In einer globalisierten Welt hat sich Englisch für eine wachsende Anzahl an Menschen zur Sprache der internationalen Kommunikation entwickelt, die in immer mehr Situationen eingesetzt wird. Keine Kompetenz seit der Alphabetisierung birgt ein derartiges Potenzial zur Steigerung der Effizienz und Ertragskraft von so vielen. Der Einfluss der englischen Sprache auf die Weltwirtschaft ist unwiderlegbar.

In den vergangenen zehn Jahren hat EF Education First (EF) die Englischkenntnisse von Millionen von Erwachsenen auf der ganzen Welt getestet. EF veröffentlicht jährlich den EF English Proficiency Index (EF EPI), der das Englisch-Sprachniveau von Erwachsenen weltweit über einen längeren Zeitraum misst und vergleicht. Der EF EPI trägt zur anhaltenden Diskussion über die Bedeutung der Englischen Sprache in der heutigen Welt bei.

Die sechste Ausgabe des EF EPI stuft 72 Länder und Gebiete anhand von Testdaten ein, die im Jahr 2015 im Rahmen unserer Online-Englischtests an über 950.000 erwachsenen Teilnehmern erhoben wurden. Das erste Kapitel des Reports untersucht die Beziehung zwischen der englischen Sprache und einer Reihe von wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren, wie u. a. Ertragskraft, Innovation und Konnektivität. Das zweite Kapitel befasst sich mit der Position des Englischen in vier verschiedenen Regionen der Welt – Europa, Asien, Lateinamerika und Naher Osten und Nordafrika (MENA) – und beschreibt die Herausforderungen und Möglichkeiten der Länder in diesen Regionen, bei der Förderung der Englischkenntnisse der Arbeitnehmer. Einige wichtige Ergebnisse in diesem Jahr sind z. B.:

  • Englisch ist ein wesentlicher Faktor für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, sowohl auf individueller als auch auf nationaler Ebene. Bessere Englischkenntnisse korrelieren mit höheren Einkommen, einer besseren Lebensqualität, dynamischeren Geschäftsumfeldern, größerer Konnektivität und mehr Innovation.
  • Das Spektrum der Englischkenntnisse ist breiter gefächert als in früheren Jahren. Sowohl in Asien als auch in Europa befindet sich jeweils mindestens ein Land in einer der fünf Kompetenzstufen.
  • Die Englischkenntnisse in Europa sind weltweit bei Weitem die besten, wobei die nordeuropäischen Länder im diesjährigen Index die fünf Spitzenpositionen belegen.
  • Erstmals befindet sich mit Singapur ein asiatisches Land auf der höchsten Kompetenzstufe. Malaysia und die Philippinen rangieren ebenfalls unter den 15 führenden Ländern weltweit.
  • Lateinamerika ist die einzige Region mit einem durchschnittlichen Kompetenzniveau, die im Laufe des vergangenen Jahres einen Rückgang zu verzeichnen hatte – auch wenn dieser minimal ist.
  • Länder im Nahen Osten und in Nordafrika bewegen sich gleichbeibend auf den niedrigsten Kompetenzstufen, und in den meisten MENA-Ländern ist keine Verbesserung der Englischkenntnisse zu erkennen.
  • Frauen sprechen in nahezu allen Ländern und Altersgruppen besser Englisch als Männer. Dieses Ergebnis war in allen Ausgaben des EF EPI zu beobachten.
  • Junge Erwachsene im Alter zwischen 18-25 Jahren verfügen weltweit über die besten Englischkenntnisse, obgleich der nationale Trend in einigen Ländern erheblich abweicht.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Englischkenntnisse sind in der heutigen globalen Wirtschaft eine Grundvoraussetzung. Es ist schwierig und kostspielig, eine Sprache zu beherrschen, doch Eltern und Berufstätige erkennen den Wert einer Investition in den Englischunterricht. Auch Unternehmen und Regierungen sehen die Verbindung zwischen einer Englisch sprechenden Arbeitnehmerschaft und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit im 21. Jahrhundert.

In dieser sechsten Ausgabe des EF EPI haben wir die Herausforderungen untersucht, mit denen sich die Länder bei der Bereitstellung eines qualitativ hochwertigen Englischunterrichts für große Schüler- und Studierendengruppen konfrontiert sehen sowie die unterschiedlichen Ansätze und Strategien, die sie einsetzen. Wir haben uns mit der Rolle beschäftigt, die Englisch bei der Förderung von Innovation spielt, und mit den Möglichkeiten, Technologie für ein effizienteres und personalisiertes Lernen zu nutzen.

Auf der Grundlage unserer Untersuchungen haben wir die folgenden Best Practices für einen effektiven Englischunterricht identifiziert:

  • Berücksichtigung von Englisch im Rahmen umfassenderer Reformen. In Ländern mit niedrigem Bildungsstand und einem hohen Maß an Ungleichheit verbessern sich die Englischkenntnisse von Erwachsenen unweigerlich, wenn Schüler mindestens ein Jahrzehnt Zugang zu qualitativ hochwertiger öffentlicher Bildung erhalten.
  • Förderung einer Kultur der Mehrsprachigkeit. Je mehr Familien, Schulen und Regierungen die Erwartungshaltung fördern, dass jeder mehr als eine Sprache sprechen sollte, umso mehr Kinder werden dies von sich selbst erwarten. Diese Kultur der Mehrsprachigkeit lässt sich nur schwer definieren, ist jedoch leicht zu erkennen. Besucher Skandinaviens und anderer Länder mit hoher Sprachkompetenz bemerken sie sofort.
  • Schwerpunkt auf praxisbezogener Kommunikation vom ersten Tag an. Das oberste Ziel im Sprachunterricht ist die Fähigkeit, mit anderen in der jeweiligen Sprache zu kommunizieren. Daher kommt in einem effektiven Englischunterricht der Kommunikation eine höhere Priorität zu als der grammatikalischen Korrektheit oder dem Nachahmen der Aussprache von Muttersprachlern. Viele Erwachsene, die einen traditionelleren Unterricht mit einer stärkeren Betonung auf Grammatik statt auf Sprachgewandtheit erhalten haben, benötigen zusätzliche Hörund Sprachpraxis.
  • Entwicklung effektiver Mittel zur Bewertung der Englischkenntnisse. Unterschiedliche Situationen, Bedürfnisse und Ziele der Lernenden erfordern unterschiedliche Bewertungsmethoden. Aufgrund ihres generellen Einflusses auf die Pädagogik ist die Reformierung von hoch relevanten und folgenreichen Prüfungen von besonderer Bedeutung. Die kostenlose Bereitstellung von hochqualitativen standardisierten Tests für erwachsende Englischlerner geht einher mit anderen Trends in der Weiterbildung, bei denen Bildung frei zur Verfügung gestellt wird.
  • Investion in die Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften. Ausbildungsprogramme für angehende Lehrkräfte und berufliche Weiterbildungsangebote für etablierte Lehrer können, wenn diese gut gestaltet und ausgeführt werden, als intelligente Investitionen betrachtet werden. Besser qualifizierte Lehrkräfte können mehrere Generationen von Schülern beeinflussen.
  • Förderung der Aus- und Weiterbildung für Erwachsene am Arbeitsplatz und im privaten Sektor. In vielen Fällen haben erwachsene Lerner regelmäßig die Möglichkeit, am Arbeitsplatz mit englischen Muttersprachlern zu interagieren. Zudem haben sie eine hohe Motivation, ihr Englisch zu verbessern, sowie die finanziellen Mittel dafür. Englischtraining für Erwachsene muss in die breitere Diskussion über den Englischunterricht einbezogen werden.
  • Nutzung von Technologie und Online- Lernmitteln. Für erwachsene Englischlerner sind alternative Unterrichtsformate besonders vorteilhaft. MOOCs, E-Tutoring und Online-Konversationsunterricht bieten z. B. berufstätigen Erwachsenen flexiblere Lernmöglichkeiten. Apps für das Selbststudium und andere mobile Produkte ermöglichen es zudem, sich auch unterwegs grundlegende Kenntnisse in Bezug auf Grammatik, Wortschatz und Hörverständnis anzueignen.

    Es ist mit erheblichem Aufwand und hohen Investitionen verbunden, ein Land oder ein Unternehmen auf eine Zukunft mit einer Englisch sprechenden Arbeitnehmerschaft auszurichten. Wir hoffen, dass wir durch die Bereitstellung unserer Daten und Analysen zu Trends bei der Entwicklung der Englischkenntnisse von Erwachsenen einen Beitrag zur globalen Diskussion über den Englischunterricht leisten können.

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